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Ortsgruppe Steyr

Die Ortsgruppe Steyr ist die zweit älterste Naturfreunde-Ortsgruppe in Österreich und bis heute überaus aktiv!

Chronik

Zu den ältesten von Sozialdemokraten in Steyr gegründeten Vereinen zählt der Touristenverein NATURFREUNDE.

 

Im Jahr 1897, zwei Jahre nach der Vereinsgründung in Wien, schlug die Geburtsstunde der Ortsgruppe Steyr, der ersten außerhalb der damaligen Reichshauptstadt. Gründer der Steyrer Ortsgruppe war der aus Wien zugewanderte Metallarbeiter Franz Fürthaller, er warb für die Idee und fand bei den Steyrer Arbeitern Gehör. So wie in Wien, war es auch in Steyr die vorausdenkende Arbeiterbewegung, aus der der Kulturgedanke der Naturfreundebewegung entsprang.

 

Eine sehr kleine, dafür umso begeisterte Schar folgte dem Ruf zur Gründung der ersten Ortsgruppe. Die erste Besprechung fand im Gasthaus "Zum Eisenbräu" statt, wo der neue Verein für Wandern und Naturbetrachtung vorgestellt wurde. Nach Genehmigung der Vereinsstatuten erfolgte in Anwesenheit des Vereinspräsidenten Rohrauer aus Wien die Gründungsversammlung. Zu Pfingsten 1897 erfolgte der Auftakt der Vereinstätigkeit mit einer gemeinsamen Tour mit den Wiener Naturfreunden. Der Umfang des Vereines war bei der Gründung mit 28  Mitgliedern noch bescheiden. Die Steyrer Naturfreunde entwickelten in den Folgejahren rege Aktivitäten. 1898 wurde die erste Schifahrt auf den Damberg durchgeführt.

 

1899 zählte der Verein bereits 88 Mitglieder. zur Pflege der Geselligkeit gründete man unter anderem eine Sängerriege und eine Schuhplattlergruppe. Das Hauptziel der Naturfreunde war aber, den arbeitenden Menschen den Zugang zur Natur zu eröffnen. Dabei galt es immer wieder, die durch Wirtschaftskriesen verursachten Schwierigkeiten zu überwinden. Nach Franz Fürthaler folgten bis 1934 als Obmänner Leopold Mösl, Hans Schmid, Karl Poiger, Hans Schweiger, Ludwig Pirner und  August Dresl. 

 

Durch den ersten Weltkrieg kam die Tätigkeit der Naturfreunde, wie bei vielen anderen Vereinigungen fast zum Erliegen. Nach dem Kriegsende erlebten die Naturfreunde einen enormen Aufschwung. Durch die von Ferdinand Hanusch eingeleiterte Sozialgesetzgebung mit einem neuen Urlaubsrecht, erlebten die Naturfreunde einen starken Zulauf. 1923 zählte die Steyrer Ortsgruppe bereits 1848 Mitglieder. Diese Entwicklung warf auch in Steyr die Frage nach der Schaffung von festen Stützpunkten in Form von Schutzhütten auf.

 

 

Bau von Schutzhütten 

Die erste Möglichkeit dazu ergab sich 1922. Die St.Pöltener Naturfreunde machten der Steyrer Ortsgruppe den Vorschlag, sich als gleichberechtigter Partner am Bau des Schutzhauses am GROSSEN BUCHSTEIN im Gesäuse zu beteiligen. Unter heute unvorstellbaren Arbeitsbedingungen wurde das Werk 1924 vollendet.

 

Am 10.8.1924 fand die Eröffnungsfeier statt, zu der 2000 Menschen den Weg auf den Berg fanden. Die Erbauer gaben dem neuen Haus den Wunsch mit, daß es fortan eine Stätte der Erholung, der Freude und des Naturgenusses für alle sein möge, die Berge lieben.

Nach dem Motto "Wer rastet der rostet" tauchte bald nach der Fretigstellung des Buchsteinhauses die Idee eines neuen Schutzhüttenbaus auf.

 

Bei der Suche nach einem geeigneten Standort, kam man auf den KASBERG. der von Steyrling aus zu erreichen war. Ursprünglich war die Kasbergmulde als Bauplatz in Aussicht genommen worden. Dieser wurde jedoch nicht genehmigt, so daß man sich mit einem tiefer gelegenen Platz neben dem Weg, jedoch mit einem prächtigen Ausblick auf die Prielgruppe begnügen mußte. In einem Jahr wurde die Hütte unter Dach und Fach gebracht. Bereits am 13./ 14.Juli 1928 konnte das neue Kasberghaus eröffnet werden.

 

Noch einmal wurden die Steyrer Naturfreunde bei einem Hüttenbau aktiv. Bereits 1925 hatte die Ortsgruppe Trattenbach begonnen, am SCHOBERSTEIN eine kleine Schutzhütte, der später eine größere folgen sollte zu errichten. In mühevoller Arbeit gelang es den Trattenbachern, den ersten Plan auszuführen. Die Ende der 20er Jahre einsetzende Weltwirtschaftskrise stürzte die Trattenbacher Naturfreunde jedoch in solche Schwierigkeiten, daß sie ihre Verpflichtungen nicht mehr erfüllen konnten. 1931 sprang über ihren dringenden Hilferuf die Ortsgruppe Steyr ein und übernahm die Hütte mit allen Verplichtungen. Nach Abdeckung der Schulden wurde mit der Planung eines größeren Hauses begonnen. Die Finanzierung wurde durch Veranstaltungen, Versammlungen, Subventionen und Leistungen der Landesleitung bewerkstelligt. In mühevoller Arbeit wurde das Vorhaben unter Einsatz vieler freiwilliger Hilfskräfte am 3.September 1933 mit der feierlichen Eröffnung abgeschlossen.

 

Der 12.Februar 1934 setzte die Tätigkeit der Naturfreunde ein jähes Ende. Der Verein wurde verboten und sein gesamtes Vermögen, die 3 Schutzhütten, die Vereinsbücherei und die Ausrüstung beschlagnahmt. 

 

1936 wurde von einer Gruppe ehemaliger Naturfreunde unter der Führung von Hans Schweiger und Rudolf Wally sen. versucht, das Eigentum der Naturfreunde zurückzubekommen. Das gelang zwar zu einem Großteil, jedoch die vor 1934 vorhandenen Geldmittel waren verloren. Die Einverleibung Österreichs an das Deutsche Reich 1938 setzte all diesen Bemühungen ein Ende. Der schreckliche Zweite Weltkrieg forderte auch unter den ehemaligen Naturfreundemitgliedern viele Opfer.

 

 

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